< Partnervertrag zwischen schuhe.de und Zalando
28.06.2017 10:21 Alter: 3 Jahre

Generalversammlung der ANWR GROUP

Den Blick zurück auf das Geschäftsjahr 2016 des ANWR Konzerns und in die Zukunft des Handelsverbands lenkten der Vorstand der ANWR GROUP eG und Hans-Jürgen Robers als Aufsichtsratsvorsitzender bei der Generalversammlung in München. Der Blick auf die vergangenen und künftigen Aktivitäten machte deutlich, dass sich die ANWR GROUP als Genossenschaft auf dem Weg zum integrierten Systemanbieter befindet. Vorstand und Aufsichtsrat wurden für das vergangene Geschäftsjahr entlastet, der Jahresabschluss festgestellt. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden die bisherigen Mitglieder Bettina Schipp und Claude Steinmetz wiedergewählt. Erstmals im Aufsichtsrat vertreten sind Franz Herrlein und Christian Bode.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jürgen Robers skizzierte den riesigen Veränderungsprozess, in dem sich der Schuhfachhandel befindet. Fachleute der Branche wüssten zwar alles über das Produkt Schuhe, beim Thema Digitalisierung bestehe allerdings noch Lernbedarf. Die Leistungen der ANWR GROUP sieht er in diesem Zusammenhang bestens aufgestellt: „Eine gute Einkaufsvereinigung muss heute die Technologieführerschaft anstreben, muss Prozessinnovationen konsequent vorantreiben, um ihren Mitgliedern erprobte Innovationen in kurzen Entwicklungs- und Testspannen anbieten zu können.“ Die zwei großen Trümpfe, die die ANWR GROUP dafür in der Hand habe, sind für Robers die Plattform schuhe.de und die Filialen der Mücke-Gruppe: „So können in kurzer Zeit die neuen Technologien und Prozesse auf Anwendbarkeit und Reife in der Praxis getestet werden, bevor eine Umsetzungsempfehlung für die Händler ausgesprochen wird.“ 

Lösungen für die Herausforderungen des SchuhhandelsAn vielen Stellen entwickelt die ANWR GROUP Lösungen, um den Herausforderungen für den Handel zu begegnen. Vorstandsmitglied Fritz Terbuyken nannte in diesem Zusammenhang nicht nur die Tests zum Einsatz von RFID, um die Prozessvorteile für den Schuhhandel herauszuarbeiten. Bei QUICK SCHUH arbeitet die ANWR Schuh an Sortimentsmodulen und der Möglichkeit, auf vereinbarten Flächen Artikel und Sortimente festzulegen, zu wechseln und täglich nachzusortieren. „Dies wird die Flächenproduktivität und die Reaktionsgeschwindigkeit steigern“, so Terbuyken.

Eine Herausforderung für den Schuhfachhandel nannte Terbuyken auch die starke Nachfrage nach globalen Sportmarken, die ihrerseits den Schuhfachhandel nicht mehr für marktrelevant halten. Die ANWR SCHUH habe es geschafft, Nike im gesamten deutschsprachigen Raum für die Mitglieder zu gewinnen. „Mit diesem Vertikalisierungskonzept werden wir die Schuhfachhändler besser und schneller mit Nike Produkten und Innovationen versorgen können.“ Schließlich wird die ANWR Schuh die Messen in Mainhausen neu ausrichten, um modische Programme stärker zu berücksichtigen und mit der Order näher an den Verkaufszeitpunkt zu rücken. Vier Messen sind dafür pro Jahr geplant. Die Komfort-, Kinder- und Outdoorsegmente werden mit zwei Messen pro Jahr bedient.

Bedeutende Rolle für den Sporteinzelhandel
Dem Schuhfachhandel vergleichbare Faktoren macht Vorstandsmitglied Matthias Grevener für den Sportfachhandel aus: sinkende Frequenz an vielen Standorten, eine selektive Vertriebspolitik von Lieferanten und die zunehmende Bedeutung des Online-Handels. SPORT 2000 hat dennoch national und international das Abrechnungsvolumen auf über 1 Mrd. Euro gesteigert. Dabei stammte ein Anteil von 24 Prozent von Händlern, die in den letzten drei Jahren aufgenommen wurden. In Deutschland haben zur Steigerung des Abrechnungsvolumens reine Online-Händler beigetragen, in den Niederlanden können Händler über die SPORT 2000 Plattform bereits wichtige Umsatzanteile sichern. Auch die Spezialisierung der Sortimente auf Running, Outdoor oder Teamsport zahle sich aus. „Im Segment der Spezialisten ist SPORT 2000 marktführend.“ Ein Aspekt, der von den Industriepartnern mittlerweile als einzigartig bei den Vereinigungen angesehen werde.

Stabiles finanzielles Fundament
Finanzvorstand Frank Schuffelen stellte die Finanzlage der ANWR Gruppe im Geschäftsjahr 2016 vor: Der Konzern erzielte ein Abrechnungsvolumen in Höhe von 8,7 Mrd. Euro – ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 2,4 Prozent. Unter dem Strich lag bei einer soliden Finanz- und Ertragslage das Ergebnis vor Steuern bei 9,1 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss der ANWR GROUP eG belief sich auf 2,0 Mio. Euro. Die Mitglieder profitieren über die Ausschüttung einer 10-prozentigen Dividende auf ihren Genossenschaftsanteil. 

Für die zur ANWR GROUP gehörende Schuh Mücke-Gruppe stellte Frank Schuffelen ein Umsatzplus im letzten Jahr von 4,6 Prozent auf 117,5 Mio. Euro vor. Verantwortlich für diese Entwicklung gegen den Branchentrend sieht er den Produktmix von Schuhen, modischen Textilien und Accessoires sowie intrastrukturelle Vorteile. Zur Unternehmensgruppe gehören elf großflächige Fachgeschäfte und drei Outlets, in denen die Warengruppen geführt werden.

Für den Handel sei, so Frank Schuffelen, das Jahr 2017 bislang nicht optimal verlaufen. Es spiegelt sich im Abrechnungsvolumen der ANWR Gruppe für die ersten fünf Monate des Jahres wider. Die Eigenverbände aus den Bereichen Schuhe, Sport und Lederwaren verzeichnen eine rückläufige Entwicklung von 2,1 Prozent. Diese wurde vom guten Ergebnis aus dem Bereich Finanzdienst-leistungen mit einem Plus von 3,8 Prozent kompensiert. Im Gesamtergebnis weist die ANWR Gruppe ein Plus von 1,7 Prozent aus. Die Mücke-Gruppe konnte den positiven Umsatztrend des letzten Jahres auch in den ersten fünf Monaten 2017 fortsetzen: Der Bruttoumsatz liegt bei knapp 50 Mio. Euro, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 6,6 Prozent.

Auf dem Weg zum integrierten Systemanbieter
Vorstandsvorsitzender Günter Althaus sieht das wirtschaftliche Überleben vieler Mitspieler in der Schuhbranche in den nächsten Jahren gefährdet und mahnte mit Blick auf erfolgreiche Marktteilnehmer die Veränderungsnotwendigkeit an. „Längst nicht nur im Handel verbinden sich Spieler einer Branche oder über Branchen hinweg auf Plattformen, um vernetzte Leistungen oder Produkte an den Kunden zu bringen.“ Die Kunden suchen die passenden Angebote auf wenigen, ihnen bekannten Plattformen. „Auch wir müssen mit den richtigen Plattformen zusammenarbeiten und eine tragfähige und faire Verbindung aufbauen, um die Schnittstelle zum Kunden nicht zu verlieren.“ Die Kooperation von schuhe.de mit Zalando sei ein erster Schritt, um den ANWR Händlern den Zugang zu Kunden und Märkten zu erleichtern. Und er kündigte an: „Weitere werden im zweiten Halbjahr folgen.“ Bei der Schaffung von Zugängen zu leistungsfähigen Online-Plattformen komme die ANWR GROUP ihrem originären Auftrag als Einkaufskooperation nach, „indem wir einheitliche Verträge schaffen, technische Schnittstellen realisieren und marktfähige Konditionen verhandeln.“

Mit schuhe.de habe die ANWR GROUP eine Plattform für den stationären Multikanal-Handel in der Schuhbranche geschaffen, die die Artikel jedes Händlers sichtbar machen kann, mit Abverkaufsinformationen unterstützt, auf jeder Plattform handelbar macht und die Vernetzung der Bestände der Händler untereinander und mit der Industrie ermöglicht. Der Vorstandsvorsitzende bewertet dies als „einzigartig im Markt.“

Für Günter Althaus wandelt sich die ANWR GROUP zu einem integrierten Systemanbieter für den selbstständigen mittelständischen Schuh-, Sport- und zukünftig auch Textilhändler. „Inspiring Retail – den Handel und den Händler von morgen zu inspirieren, das ist unser Auftrag.“

Wahlen zum Aufsichtsrat Holger Baierl neuer Vorsitzender
Mit großer Mehrheit wurden der Jahresabschluss festgestellt, die Verwendung des Bilanzgewinns beschlossen sowie Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Auf der Tagesordnung der Generalversammlung stand auch die Neuwahl von vier Aufsichtsratsmitgliedern. Nach dreijähriger Amtszeit endete das Mandat von Bettina Schipp und Claude Steinmetz. Beide wurden wiedergewählt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jürgen Robers kandidierte nicht mehr für eine neue Amtszeit, Dr. Dominik Benner war letztes Jahr vorzeitig aus dem Gremium ausgeschieden. Gewählt wurden der Wirtschaftsexperte Franz Herrlein und der Schuhfachhändler Christian Bode. Der Aufsichtsrat wählte Holger Baierl zum Vorsitzenden des Gremiums und damit zum Nachfolger von Hans-Jürgen Robers.

Abschied von Hans-Jürgen Robers
Zum letzten Mal hatte Hans-Jürgen Robers in München eine Generalversammlung der ANWR GROUP eG geleitet. Der 59-jährige Schuhhändler aus Stadtlohn, dessen Aufsichtsratsmandat in diesem Jahr endete, stellte sich nicht zur Wiederwahl und verabschiedet sich damit aus dem Aufsichtsrat, dem er seit 15 Jahren angehörte. 2002 wurde er zum Aufsichtsratsmitglied der Ariston-Nord-West-Ring eG gewählt. Zwei Jahre später übernahm er als Nachfolger von Claus Heinrich den Vorsitz des Gremiums und stand 13 Jahre an dessen Spitze. Nach nunmehr 15 Generalversammlungen unter seiner Leitung – darunter zwei außerordentliche in Mainhausen – wird Robers künftig die ANWR Generalversammlungen aus der Saalperspektive mit Blick auf das Podium erleben. Für Vorstand und Aufsichtsrat der ANWR GROUP ließen Günter Althaus und Roland Nölscher Stationen der Aufsichtsratsarbeit von Hans-Jürgen Robers noch einmal Revue passieren.

Die Pressemitteilung zum Download