13 Diese beinhaltet zum Beispiel ClickandCollect Angebote, ShipfromStore und OnlineVerfügbar keitsanzeigen, die auch ihr Versprechen einhalten und nicht nach drei Klicks in einer Fehlermeldung enden. Die Kundendaten, die man hat, müssen auf einer entsprechenden Datenplattform gebündelt werden. Diese Plattform sollten Händler dann nut zen, um die Menschen personalisiert anzusprechen. Denn das sind sie mittlerweile von ihren Social MediaFeeds gewohnt. Omnichannel bedeutet aber vor allem, die ver schiedenen Kanäle nicht als ein Nebeneinander zu begreifen. Sie alle sind gleichwertig, sollten inein andergreifen, immer so, dass es für den Kunden komfortabel ist. In dieser Logik wird die Fähigkeit, Erwartungen antizipieren und konsistent erfüllen zu können, zum eigentlichen Wettbewerbsvorteil. Digitalisierung und technologische Disruption Es ist vor allem die digitale Welt, die das Kunden verhalten über mittlerweile zwei Jahrzehnte grund legend verändert hat. Die Digitalisierung verändert aber auch ganz grundlegend, wie Händler selbst arbeiten sollten, wie sie Entscheidungen treffen und Prozesse organisieren. Dank KI können Nach frageprognosen zielgerichteter erfolgen, die Auto matisierung macht Logistikzentren effizienter, die datengetriebene Preisgestaltung kann den Gewinn steigern. Unterschiedliche Ressourcen erzeugen eine neue Form von Ungleichheit im Wett- bewerb. Es sind vor allem die großen Plattformen, die die Ressourcen haben, um die notwendigen Programme aufzusetzen. Und sie haben auch die kritische Masse an Transaktionen und Datenpunkten, um wirklich aussagekräftige Prognosen zu treffen. Das erzeugt eine neue Form von Ungleichheit im Wettbewerb. Wer über integrierte Systeme, skalierbare ITArchi tekturen und analytische Kompetenz verfügt, kann schneller lernen, besser prognostizieren und effizi enter operieren. Wer hingegen in fragmentierten Systemlandschaften verharrt, kann ins Hintertreffen geraten. Wenn der Händler eine Umgebung (Com munity) schafft, in der Qualität über Quantität geht, dann ist die Kaufentscheidung nicht allein vom Preis abhängig, sondern Faktoren wie Beratung und Kuration spielen ebenfalls eine Rolle. Der einzelne Händler sollte sich davon aber nicht ausbremsen lassen. Im Gegenteil. Die passenden technologi schen Lösungen gibt es. Kooperationen mit anderen Händlern machen es zudem möglich, ausreichend Daten mengen zu generieren, um seine Kunden gut zu analysieren. Es ist für Händler grundsätzlich empfehlens wert, flexibler zu agieren. Es kommt zukünftig da rauf an, sein Sortiment näher am Markt, also am Abverkauf, zu planen, sich Freiräume für Renner zu schaffen und diese über die Nachorder einzu steuern. Mit Hilfe eines gezielten Datenmanage ments und der Vernetzung von Industrie und Han del ist das heute schon möglich. Kosten- und Margendruck Wer konsequent digitale Werkzeuge nutzt, ist auch effizienter und spart Zeit und Geld. Unnötige Lagerhaltung, überflüssige Lieferwege, umständ liche Nachorder, Mitarbeiter, die während ihrer Arbeitszeit nicht wissen, was zu tun ist: All das lässt sich minimieren. Dass das wertvoll ist, liegt auf der Hand: Der Kostendruck im Handel ist zwar nicht neu, aber er hat über die vergangenen Jahre weiter zugenommen. Energie, Logistik und Perso nal zum Beispiel werden immer teurer. Gleichzei tig sind die Kunden so preissensibel wie nie. Die Discountanbieter Temu und Shein setzen neue Maßstäbe für Effizienz und Preisführerschaft und verschärfen den Wettbewerb zusätzlich. Was dar aus entsteht, ist ein strukturelles Dilemma: Wäh rend die Erwartungen an Service, Geschwindig keit und Erlebnis steigen, wird es für Händler im mer schwieriger, diese zu erfüllen. Die Frage ist also, wo sich mehr davon schaffen lässt, ohne dass es auf Kosten der Kunden oder der Mitarbeiter geht, was nur eine Abwärtsspirale aus schlechte rem Angebot und noch schlechterer Erlöslage in Gang setzen würde. Technologie ist dafür ein großer Hebel. Je mehr BackofficeProzesse automatisiert sind, desto we niger bezahlte Arbeitszeit müssen die Mitarbeiter und der Händler selbst darauf verwenden. Einkaufs planungen lassen sich optimieren sowie Bestell prozesse vereinfachen.